Wenn Du eine Konzertina kaufst, achte darauf, daß der Händler,
bei welchem Du das gute Stück erwirbst, wenigstens einigermaßen
in Deiner Nähe ist.
Gerade
bei billigeren Fabrikaten kann schnell mal etwas kaputt gehen. Wenn Du
dann eine Weltreise antreten mußt, oder sogar das Instrument einschicken
mußt - schon ein Risiko für sich - ist das manchmal nicht so
schön.
Es gibt Konertinas sowohl mit hölzernem Ende, wie auch mit metallenen Enden. Letztere sind etwas lauter, erstere meist etwas weicher im Klang. Welchen Typ Du wählst hängt davon ab, was Du damit machen willst. In Kneipen und auf der Straße ist sicher das Modell mit den Metall-Enden besser und, es sieht auch etwas schicker aus. Willst Du mit anderen zusammen spielen oder sogar eine Gesangsstimme begleiten, sind die Modelle mit hölzernen Enden vielleicht besser (auch für die Nachbarn). Letztendlich ist es Geschmackssache.
Überlege Dir, ob Du eine Konzertina mit 20 oder eine mit 30 Knöpfen
möchtest. Wenn Du nur ein bestimmtes Geld zur Verfügung hast,
kann es durchaus sinnvoll sein, ein Instrument mit nur 20 Knöpfen
zu nehmen, welches aber eine bessere Qualität hat.
Es
kommt auch darauf an, was man spielen möchte. Für einfache Volkslieder
und viele Irish Folk Stücke reichen auch die Instrumente mit
20 Knöpfen. Die Einschränkung ist: Sie haben bis auf das Fis
keine Halbtöne. Meistens gibt es nur eine C-Dur und eine G-Dur Reihe
und das war´s. Damit kannst Du spielen in C-Dur, G-Dur, A-Moll, E-Moll,
D-Moll und mit Einschränkung auch D-Dur - Du mußt einige Töne
austauschen. Gerade für das Spielen von Irish Folk ist aber das Cis
besonders wichtig, gerade in D-Dur. Viele Stücke für Tin-Wistle
(normalerweise in D gestimmt) kommen ohne das Cis nicht aus. In diesem
Fall solltest Du doch ein Instrument mit 30 oder mehr Knöpfen nehmen.
Mehr als 30 Knöpfe können das Spiel erleichtern, aber sie wollen
auch erst einmal beherrscht werden.
Italienische Fabrikate wie Stagi (vormals Bastari), Hohner und Gremlin
nutzen
in ihren Instrumenten Akkordeonstimmzungen. Das ist nichts Schlimmes,
aber sie klingen anders, als traditionell gefertigte Konzertinas mit eigenen speziellen
Konzertina-Stimmzungen. Manche mögen es lieber, andere nicht. Wichtig ist auf jeden Fall, ob
die Instrumente richtig gestimmt sind. Wenn Du einen Gitarren-Tuner hast,
nimm ihn mit zum Kauf.
Während sich über den Klang noch streiten läßt, gibt es in der Mechanik der Instrumente große Unterschiede. Gerade hier zeigt sich er Unterschied zwischen billigeren und besseren Fabrikaten. Bei den billigen sind die Knöpfe oft nur mit einfachen Gummistückchen auf den Hebeln, welche die Luftklappen öffnen, befestigt. Am Anfang ist das in Ordnung, aber nach einigen Jahren leiert das Gummi aus, und die Knöpfe werden wackelig und haben keine gute Führung mehr. Manchmal versacken Sie auch im Instrument. Das läßt sich durch Austausch leicht reparieren, aber man muß es eben auch erst tun.
Der Balg der Konzertina sollte mindestens 6 Falten haben. Mehr ist besser. Gerade bei diatonischen Instrumenten, wo man evtl. auf eine Balgrichtung angewiesen ist, ist etwas mehr Luft manchmal ganz gut. Bälge aus Leder sollen länger halten als Bälge aus Papier. Das kommt natürlich auch auf die Verarbeitung an. Bei sehr billigen Fabrikaten soll es vorkommen, daß Leder-Bälge nach einiger Zeit so weich werden, daß sie in sich zusammenfallen. Gut sind Holzrahmen, welche im Balg sitzen und dessen Form stabil halten. Dies gibt es allerdings nur bei den 20-knöpfigen Konzertinas.
Gebraucht oder neu? Wenn man noch überhaupt keine Erfahrung mit Konzertinas hat würde ich empfehlen, ein gebrauchtes Instrument nur zu kaufen, wenn es besonders attraktiv ist. Mit Hilfe der gleich folgenden Checkliste kann man sicher viele Punkte abklopfen. Der Riesenvorteil beim gebrauchten Kauf von Konzertinas vor allem billiger Bauart ist, daß man den Wertverlust, den man normalerweise hat, anderen überlassen hat. Das ist wie bei Autos. Bessere Modelle (ca. ab 2000 DM aufwärts) scheinen im Moment eher im Wert zu steigen. Das ist natürlich nur interessant, wenn man das Instrument mal verkaufen möchte.
Fabrik- oder handgefertigt? Oft entscheidet darüber schon der Preis.
In
Deutschland bekommt man eine in traditioneller Handwerksarbeit gefertigte
Konzertina ab ca. 2900 DM. Fabrikmodelle kosten oft nur ein Drittel dessen,
sind allerdings qualitativ auch nicht vergleichbar. Das mag einem zunächst
als viel Geld vorkommen (zu viel für mich z.B.) aber man sollte auch
bedenken, daß diese Instrumente Wartezeiten von z.T. mehreren Jahren
haben, und nicht nur deswegen oft im Wert noch steigen, während es
bei Industriefabrikaten umgekehrt ist. Man sollte auch sehen, daß
man für Piano-Akkordeons ohne Probleme 10000 DM ausgeben kann. Gute
Instrumente habe und halten ihren Preis. Zum Spielen am Lagerfeuer oder
zum liegen lassen im Urlaub sind diese Instrumente freilich zu schade.
Checkliste für den Kauf: